Freitag, 3. Oktober 2008

Pfälzerwald Marathon Pirmasens 14.09.2008

Eine Woche nachdem ich in Interlaken war und dort mit etwas Problemen den Marathon absolvierte, habe ich mich von netten Pfälzern überreden lassen, in Pirmasens den Pfälzerwaldmarathon zu laufen. So entschloss ich mich, dort am Halbmarathon teilzunehmen.

Die Messe Pirmasens schockiert wegen der beiden zerfallenen Bauwerke etwas, aber auf den zweiten Blick erkennt man das neue Messegebäude, in dem das Marathonzentrum untergebracht war. Es war alles überschaubar und leicht zu finden. Das Gelände würde locker noch mehr Teilnehmer unterbringen.

Ich wurde – wie es für die Pfalz üblich ist – freundlich empfangen. Startunterlagen und das bestellte Hemd hatte ich schnell. Mit einer richtigen Gepäckaufbewahrung habe ich nicht gerechnet. Dieser Service hat mich aber sehr gefreut.

Es ging dann zum Exerzierplatz mitten im Zentrum von Pirmasens, was nur wenige Minuten entfernt war. Warten, Reden, warten, reden .... so war es eine kurzweilige Wartezeit bis zum Start. Der etwas ungeschickte Moderator des Wettkampfs versuchte eine La-ola-Welle zu starten, dabei zählte er auf Null herunter. Bei Null startete nicht die Welle, sondern es gab ein Fehlstart der ersten Reihen.

Das Wetter war optimal zum Laufen. Die Helfer waren alle sehr freundlich und bemüht um das Wohl der Läufer. Die Einweisungen der Läufer hätten manchmal etwas deutlicher sein können. Aber man kann die Leute ja fragen, die an den Wegkreuzungen stehen.

Weite Strecken Pfälzerwald, so wie ich ihn kenne und liebe. Leichte Steigungen wechseln sich mit leichtem Gefälle ab.

Unterwegs gab es selbstorganisierte Musik der Anwohner, was ich sehr schön fand und eigentlich nich damit gerechnet habe.

Den Zieleinlauf in der Messehalle erreichte ich nach 1:37 h und konnte – dank der geringen Teilnehmerzahl und fehlender Semi-Profis – auch noch als AK 3.ter aufs Treppchen. Hier stand ich erstmals und war stolz wie Bolle. Die Enttäuschung der letzten Woche hatte ich so wieder schnell verdrängt.

Mehr Berichte und Infos über die Seite des Veranstalters:


Jungfrau Marathon Interlaken 06.09.2008


Nachdem ich letztes Jahr erstmals in Interlaken war und dies damals mein erster Marathon in den Bergen war, bin ich auch in 2008 wieder angereist.

Die Wetterprognosen von Deutschland aus betrachtet waren schlecht. Es war für das gesamte Marathonwochenende Regen vorhergesagt. So bin ich dann mit einem Koffer voll Regenkleidung nach Interlaken gereist. Vor Ort erwartete mich am Freitag herrlicher Sonnenschein, es wurde fast 30 Grad warm, Ursache war der Föhn, der sich laut Schweizer Wetterbericht bis Samstag 14.00 Uhr halten sollte. Also, war ich guten Mutes.

Nach dem Abholen der Startunterlagen und dem Bummeln über die kleine aber feine Marathonmesse, die diesmal auf dem Festzelt auf der Höhenmatte und nicht mehr im Casino stattfand, bummelte ich noch durch Interlaken, genoss einen Schoki in der Sonne.


Danach suchte ich meine Unterkunft auf, in der ich dann ganz schnell weitere Laufkollegen fand, darunter zwei Pfälzer, mit denen ich gleich über Pfälzer Laufserien fachsimpeln konnte und meinem Schmerz etwas nachhängen durfte, dass ich diese Läufe von Südabaden aus wohl weniger besuchen kann. Wir verbrachten den Nachmittag und Abend dann zu viert bei Plaudern und Nudelparty im Festzelt. Die Vorstellung einiger Spitznläufer wurde gut inszeniert.

Ich ging früh ins Bett und schlief auch sehr lange durch. Nach dem Frühstück hatte ich es nur 200 Meter bis zum Start, was sehr angenehm war.

Vor dem Start wurde die Nationalhymne gespielt, da merkt man den Schweizer Nationalstolz. Die ersten Runden durch Interlaken sind eher etwas langweilig. Interessant wird der Marathon eigentlich erst hinter Wengen, wenn es in die Berge geht.

Die Stimmung an der Strecke war großartig. Überall standen Menschen und haben die Läufer angefeuert.

Es lief auch alles recht gut, bis kurz vor dem Abzweig Wixi. Hier fingen meine Waden an und krampften. Aber durch die abwechslungsreiche Strecke ging es noch relativ lange gut.

Das wohl berümteste Stück der Strecke an der Moräne habe ich noch gut in der Schlange hinter mich gebracht. Der Dudelsackspieler, der diesmal ein anderer war als die Vorjahre, hat mich noch in Empfang nehmen können, aber unmittelbar danach kamen starke Krämpfe, dass ich mich massieren lassen musste.

Ich bin aber dann noch laufend in 4:51:58 h ins Ziel gekommen, zwar 8 Minuten später als letztes Jahr und 20 Minuten unter meiner geplanten Zeit, doch aber glücklich.

Auf die letzten Kilometer ist bereits Nebel aufgezogen, der sich dann auch bald in Regen wandelte. Nach warmen Duschen, einer hervorragenden Massage kam die eigentlich anstrengende Tortour, die Abfahrt mit der überfüllten Bahn nach Interlaken zurück. Dort bin ich im Regen noch schnell ins Zelt, habe etwas gegessen und mir die Urkunde abgeholt und bin dann sofort zurück nach Freiburg gefahren, wo es trocken war und habe dort einen sonnigen Sonntag zur Erholung erlebt.


Mehr Berichte und Links auf Bilder auf der Seite vom Jungfrau Marathon
Die Bilder sind von Peter Beil, LSG Karlsruhe

Donnerstag, 4. September 2008

Les Cretes Vosgiennes 24. August 2008

Ein besonderes Highlight dieses Laufjahres wurde der Cretes Vosgiennes im Elsaß von Le Markstein bis zum Lac Blanc über 33 km und 1000 HM.
Dabei war das ganze nur als simpler Trainingslauf geplant. Die Vogesen finde ich sehr schön und Teile dieser Strecke waren mir schon von diversen Wanderungen bekannt.

Im Vorfeld hatte ich etwas Schwierigkeiten mit der Anmeldung und dem Verständnis der Ausschreibung, da ich kein Französisch spreche. Das Tourismusbüro hat mir dann aber sehr gut weitergeholfen.

Nach einem verregneten Samstag und einer regnerischen Nacht, verzog sich das schlechte Wetter und schon vor dem Start in Le Markstein hatte man eine schöne Aussicht. Es war zwar noch etwas kühl, aber es versprach ein herrlicher Tag zu werden.

Die Ausgabe der Startunterlagen verlief sehr zügig. Mein ärztliches Attest wurde verlangt und einbehalten. Dies war das erste mal, dass es tatsächlich jemand haben wollte. In Italien wird es auch verlangt, aber tatsächlich sehen wollte es dort noch niemand.

Mir ist schon vor dem Start aufgefallen, dass meine Mitstreiter Berglaufschuhe oder Spikes anhatten. Ich bin ja nicht ganz unerfahren und dachte mir, dass dieses Equipment etwas übertrieben ist. Zumindest für die Strecken, die ich im Schwarzwald, der Pfalz und in der Schweiz kennengelernt habe.
Ich sollte eines besseren belehrt werden. In weiten Teilen der Strecke habe ich mich an diverse Crossläufe in der Pfalz erinnert, die allerdings nur 8 - 10 km lang waren. Bereits nach 300 m kam der erste Schlamm....es hatte ja geregnet....Die Strecke führte fast ausschliesslich über Wanderpfade (nicht Wege), Steine, Felsen, Wiesen, Geröll, etwas Morast, über kleine Bäche, Moor, ... Wege oder Straßen gab es kaum, vielleicht 300 m ?
Meine Schuhe haben die Farbe von weiss auf schwarz gewechselt. Die Knöchel sind zerkratzt. Aber ich bin super glücklich und es war wirklich ein schöner Lauf.
Hätte ich gewusst, was auf mich zukommt, hätte ich mich etwas besser vorbereitet und auch den Lauf nicht als lockeres Trainingsläufchen eingeplant. Aber das weiss ich nun nächstes Jahr und jetzt weiss ich auch, dass die Berglaufschuhe kein unnötiger Luxus sind, ich brauche sie!

Die Verpflegung unterwegs war auch sehr gut. Zum Glück gab es nicht die leidigen Bananen, die ich nicht mehr sehen kann, sondern ein Buffett verschiedenster Snacks u.a. Trockenobst und Schokolade.

Belohnt wurde der Lauf mit einer sensationellen Aussicht, wie ich es erwartet habe und wie ich es von den Vogesen kenne. Ausserdem mit einem "echten" Finisher-Shirt, weil es eben nur an Finisher verteilt wird und einer Tasse.
Etwas abschreckend für den verwöhnten deutschen Body war das eiskalte Wasser der Duschen. Aber das steckt man dann auch noch weg.

Die Rückfahrt war mit Bussen organisiert, die vor Ort von allen Mitfahrern bezhalt werden mussten. Der Preis für die Busfahrt von 5,-- € war in der wirklich sehr moderaten Startgebühr von 21,-- € nicht enthalten.
Da ich zu einem ungünstigen Zeitpunkt aus der Dusche kam, hatte ich fast 50 Minuten Wartezeit bis der Bus endlich abgefahren ist.
Für die Strecke habe ich 3:38:13 benötigt und bin auf Platz 437 von 947 Finishern (ca. 1.100 Starter) gelandet.
Der Sieger Gregory Schmitt vom AC Huningue benötigte die Zeit von 2:22:21 und verpasste damit knapp ein Schnapszahlenergebnis.

Mehr Infos, leider nur in französischer Sprache auf der Website des Veranstalters.
Weitere Infos auf der Seite http://www.alsace-en-courant.com

Zermatt Marathon 5. Juli 2008


Da melde ich mich mal wieder zurück in meinem Tagebuch. Ich habe die Einträge lange vernachlässigt.
Naja, der Sommer brachte doch über weite Strecken schönes Wetter. Da habe ich es nicht geschafft noch mehr vor dem PC zu sitzen und zu schreiben.

In Zermatt war das Wetter auch sehr schön. Einfach genial zum Laufen, obwohl der Wetterbericht im Vorfeld nicht so sonderlich überzeugend war.

Es war ein sehr geniales Laufwochenende im Wallis. Man hatte die ganze Zeit freien Blick auf den schönsten Berggipfel des Kontinents.

Berichte, Bilder, etc. gibts auf der Homepage vom Zermatt Marathon.

Donnerstag, 12. Juni 2008

Brüder-Grimm-Lauf 06. - 08. Juni 2008: Fünf Etappen / ca. 82 km / Hanau - Steinau


Wie die Jahre zuvor, musste ich auch in diesem Jahr wieder zum 4.ten mal am Brüder-Grimm-Lauf, der über 5 Etappen über 82 km von Hanau nach Steinau an der Straße durch den schönen Spessart führt.

Vieles ist märchenhaft bei diesem Lauf:
Es sind die Märchensammler Brüder Grimm, die in Hanau geboren und in Steinau an der Straße aufgewachsen sind, die dem Lauf ihren Namen geben. Zu Füßen des Brüder-Grimm-Denkmals auf Hanaus Rathausplatz, beginnt eines der schönsten Laufwochenenden des Jahres. Märchenhaft sind auch die Namen der Etappen, die mit Märchen der Brüder-Grimm überschrieben sind. Figuren aus diesne Märchen sind bei allen Läufen zugegen. Manchmal muss man auch rätseln, was wohl die Figur mit dem Märchen zu tun hat. Aber zum Glück findet sich immer ein märchenkundiger unter den Läufern.
Märchenhaft ist auch jedes Jahr das Wetter (zumindest die letzten vier Jahre kann ich das beurteilen). Die Sonne tut ihr Bestes. Samstags kündigt sich in der Mittagspause meist ein Gewitter an, das uns diesmal auch getroffen hat, aber pünktlich zum Start ist der Regen weg und die Strecke frei. Wenn man so durch die Wälder des Spessarts läuft, bekommt man eine Ahnung, wie solche Märchen entstanden sind. Es sind zum Teil recht verwunschene Örtchen, die man da passiert.

1. Rotkäppchen-Etappe: 06.06.08, 17:30 Uhr von Hanau Marktplatz nach Niederrodenbach Waldstadion (15,5 km)
Die Startnummernausgabe findet in der Main-Kinzig-Halle statt. Bei Ankunft an der Halle herrscht schon reges Treiben und gemütliches Ausruhen auf der Wiese vor der Halle. Es haben ja viele ihre Isomatten und Schlafsäcke dabei, da lässt es sich gut ausruhen und dann gemütlich in die Innenstadt auf den Marktplatz zum Start laufen.
Die erste Etappe ist flach und die Schwierigkeit besteht eigentlich darin, gemütlich zu laufen um nicht zuviele Körner zu verschiessen. Der unangenehmste Streckenteil befindet sich auch gleich am Anfang, bis man es geschafft hat, aus Hanau herauszukommen und sich dann in den Wäledern bei Wolfgang befindet und an der Klosterruine vorbeiläuft. Die 15,5 km gehen sehr schenlle vorbei. Ich bin auch wirklich 6 Minuten schneller als letztes Jahr. Schon vor dem Duschen konnte ich mein Ergebnis an der Tafel sehen und auch die Rangliste der ersten Plätze studieren. Dies ist typisch für den BGL, dass Ergebnis so zeitnah wie nirgends sonst zur Verfügung stehen.
Danach Bustransfer nach Hanau zum Auto nachziehen und dann Essen fassen in der Bulauhalle, wo ich anschliessend auch übernachte.
Die Nacht endet dann um 6:25 Uhr mit dem gemeinschaftlichen Weckappell und anschliessendem reichhaltigem Frühstücksbuffet, was zumindest bei mir keine Wünsche offen lässt.


2. Dornröschen Etappe: 07.06.08, 9:30 Uhr von Niederrodenbach Bulau Halle am Waldstadion nach Neuenhaßlau Busbahnhof (14 km)
Pünktlich wird gestartet. Jochen Heringhaus schickt uns nachdem die Handyverbindung zur Zeitnahme am Ziel steht souverän wie immer auf die Strecke.
Zunächst geht es durch Niederrodenbach, hier stehen einige Leute an der Straße und unterstützen uns , wie jedes Jahr auch mit einer kleinen Fahnen parade. In Oberrodenbach haben die Ordner mit wilden Mercedes Fahrern zu kämpfen, deren Zeit offensichtlich bald abläuft, und sie deshalb keine Zeit mehr haben, um die Läufergruppe vorbeizulassen.
Auch hier geht es wieder durch wunderschöne Waldstücke, auch die letzten Kilometer, die leicht abschüssig durch offenes Feld und durch Gondsroth führt, ist sehr angenehm zu laufen. Auch heute bin ich wieder 6 Minuten früher im Ziel, als vor einem Jahr und kann mich so mit Applaus der Zuschauer ins Ziel treiben lassen.

Nachdem mittels Bustransfer das Auto wieder nachgezogen wurde, habe ich leider die heissbegehrte Nudelsuppe in Neuenhasslau an der Turnhalle nicht mehr bekommen. Darauf hatte ich mich schon am morgen vor dem Lauf gefreut. Mit einer Rindswurst und anschliessendem Kuchen konnte ich mich dann auch für die nächste Etappe stärken. Es blieb Zeit zum relaxen, allerdings zog hier ein ordentliches Gewitter auf, das in der näheren Umgebung für umgestürzte Bäume, gesperrte Autobahnen und Bahnlinien führte. Wir blieben - bis auf einen ordentlichen Regenguß - davon verschont und liebe Helfer haben die Strecke vor allem beim Mittelpunkt der EU wieder in Spur gebracht.
Das typische Bild an diesem Nachmittag sind Laufsachen und Handtücher, die überall zum Trocknen herumhängen und ruhende Läufer auf Rasenflächen, unter Bäumen, in der Turnhalle oder Läuferlatein austauschend auf Bierbänken sitzend.
An diesem Samstag wurden wegen dem Regen die Rasenplätze frühzeitig fluchtartig verlassen.

3. Schneewittchen Etappe: 07.06.08, 16:30 Uhr von Neuenhaßlau Hasselbachschule nach Gelnhausen Stadion (16 km)
Wie oben schon erwähnt, auf gut gespurten Wegen geht es nach Gelnhausen. Wir haben einige Höhenmeter zu überwinden. Bis zum vorletzten Jahr gab es noch eine Steigung, die ordentlich in die Knochen ging, ich aber vom landschaftlichen Erleben sehr schön fand. Aber zwischenzeitlich hat jemand errechnet, dass der Mittelpunkt der Europäischen Union in der Nähe der Brüder-Grimm-Lauf Strecke liegt, somit wird diese geringfügig umgeleitet und durch die Steigung entschärft.
Da ich beim Laufen kein Handy dabei hatte, konnte ich meine Lieblingsverpflegungsstelle nicht fotografieren. Aber hier sollte es erwähnt sein: Die Verpflegungsstelle bei der Bergabpassage vom Heiligenkopf nach Meerholz wird von Zwergen versorgt und Dornröschen darf mit ihrem charmanten Lächeln die Läufer beflügeln. Mich hat das Lächeln so beflügelt, dass ich auch bei dieser Etappe wieder schneller im Ziel war, als letztes Jahr.
Der Zieleinlauf im Stadion ist immer etwas Besonderes, so auch der Einlauf in Gelnhausen. Zum Glück wird da keine ganze Runde mehr fällig. Das wäre noch eine harte Herausforderung an die Beine und die Moral.

Nun kommt nach dem Duschen die erste Massageeinheit durch das Massageteam Specht, die sehr schmerzhaft, aber auch wohltuend war. Danach wieder nachziehen des Autos mit Bustransfer und Läuferparty mit Nudeln, Tanzvorführungen, Tombola mit vielen, vielen Preisen. Der Abend verläuft wie immer recht kurzweilig durch die gekonnte Monderation von Jochen alias Van Man. Die Stadthalle von Gelnhausen bietet ein gutes Ambiente dafür und die Künstlerinnen der Tanzvorführung inkl. ihrem Trainer sind erste Klasse, wie immer!
Den Namen der Gruppe habe ich leider vergessen. Aber die Mädels waren echt gut!
Nach dem obligatorischen Märchen zur Guten Nacht hat uns Jochen dann wieder reich mit Tombolapreisen bepackt entlassen.
Es gab eine ruhige Nacht in der Sporthalle in Gelnhausen, die um 6.00 Uhr ihr Ende fand, da es um 6.30 Uhr Frühstück in der STadthalle gab. Dies war genaus reichhaltig wie am Vortag in Niederrodenbach.


4. Frau Holle Etappe: 08.06.08, 9:00 Uhr von Gelnhausen Untermarkt nach Wächtersbach (17 km)
Für viele ist dies die Königsetappe, deshalb von einigen auch "Frau Hölle-Etappe" genannt. Für mich ist es die Lieblingsetappe. Es geht fast nur durch den Wald. Eine lange Strecke bergauf zu den vier Fichten und dann eine lange Strecke bergab über losen Schotter und Teer ins Ziel nach Wächtersbach. Auch hier habe ich mein gutes Ergebnis vom letzten Jahr wieder getoppt.
Auch in Wächtersbach gab es wieder ein Massageangebot, dass rege wahrgenommen wird - so natürlich auch von mir.
Es folgt wieder ein Bustranfer nach Gelnhausen zu den Autos. Ich habe mein Auto gleich nach Steinau zum Ziel gestellt und habe mich dort dann privat getroffen. Das Essen in Bad Orb, dem Startort der 5. Etappe, wäre gesichert gewesen, in Steinau haben wir kaum etwas zu Essen bekommen. Sind dann aber noch fündig geworden in einer Beiz, in der es eigentlich nur Flüssignahrung und für ausgewählte Gäste nach Gesichtskontrolle auch ein Einheitstagesessn gibt. Mit diesem gestärkt sind wir dann nach Bad Orb gefahren, wo die 5. Etappe am Kurpark startet. Die anderen Läufer sind mit den Bussen dorthin transferiert worden.


5. Hänsel und Gretel Etappe: 08.06.08, 15:30 Uhr von Bad Orb nach Steinau an der Straße (18 km)
Dies ist meine persönliche Königsetappe. Nach einem recht heftigen Anstieg und nach anschliessedem Gefälle befindet man sich ab Kilometer 4 wieder im Tal und läuft dann 14 km in brütender Hitze ohne Schatten nach Steinau an der Straße. In Salmünster ist noch Stimmung, in Ahl finden sich auch meist einige Leute ein, aber zwischendrin ist tote Hose. Diese Kilomter zehren. Ich habe hier unsere Spitzenläuferinnen überholt. Es tat mir im Herz weh, dass sie hier Federn lassen mussten, auch andere Laufgefährten, mit denen man sich im Rahmen eines solchen Turniers misst, habe ich auch auf der Strecke gelassen.
Naja, diesmal war ich gut drauf. Ich kann mich an die ersten beiden Läufe erinnern, an denen ich hier auch am Ende war.
Letztendlich kommt das unbeschreibliche Gefühl, wenn man in Steinau in die Brüder-Grimm-Straße einbiegt und man die letzten 500 m im Spalier von applaudierenden Menschen läuft und die Moderation und die Musik im Hintergrund hört. Irgendwann werde auch ich namentlich in Steinau begrüßt und zwar nach 6:16 h auf Platz 73 der Gesamtwertung.
Insgesamt war ich 24 Minuten schneller als letztes Jahr und unheimlich stolz.
Da ich weder Muskelkater, noch irgendwelche Schmerzen an den Sehnen oder sonstwo hatte und noch nicht mal eine Blase, wäre vielleicht noch etwas mehr drin gewesen. Beeindruckt stehe ich vor Leistungen von Eric Le Mercier und Björn Kuttich, die das ganze in 4:52 h absolvierten. Man kann viel Zeit für andere Dinge sparen, wenn man schneller ist. ;-)
Bei all diesen technischen Leistungsdaten soll nicht unerwähnt bleiben, dass der BGL nicht bestlistenfähig ist, da die Streckenführung von Jahr zu Jahr geringfügig variieren kann, da es Straßensperrungen durch Baustellen oder andere Widrigkeiten geben kann, die daran Schuld sind, dass man nicht die identische Strecke laufen kann.

Langsam füllt sich der Platz vor dem Rathaus mit Läufern in grauen Finisher-T-Shirts. Grau ist die Farbe des Abends in Steinau. Im Rest Deutschlands ist sie schwarz-rot-gold, da an diesem Abend die Deutsche National-Elf ihr Auftaktspiel in der EM gegen Polen gewinnen soll.
Hier am BGL gibt es noch wirkliche Finisher T-Shirts. Wer nicht alle Etappen gelaufen ist, bekommt auch kein Shirt! Bei anderen Veranstaltern ist man dazu übergangen, Veranstaltungs T-Shirts auszugeben. Um diese zu erhalten muss man noch nicht einmal laufen.
In gemischten Duschen - wie beim BGL üblich - erfrischend und sauber geduscht und anschliessen wieder gut massiert, konnte ich dann am Montag den Heimweg antreten.

Für mich ist der BGL ein Highlight im Laufjahr. Die Atmosphäre unter den Läufern. Die große Helferschar (Ordner, Verpflegungsstellen, Fahrdienste Gepäck- und Personentransport, DRK, Orgateam,...) und die Freundlichkeit aller Helfer, bei denen man spürt, dass sie für die Läufer da sind und alles möglich machen wollen, das Unkomplizierte, Pragmatische all das zeichnet den BGL aus und ist die Ursache dafür, dass ich auch in 2009 zum 25. Brüder-Grimm-Lauf am 2. Wochenende im Juni unter dem Denkmal auf Hanaus Marktplatz stehen werde und wieder auf 5 Etappen den Spessart nach Steinau durchqueren werde.

Infos zu den Etappen, Berichte und Bilder auf der inoffiziellen Homepage der Freunde des BGL
Website des Main-Kinzig-Kreises als Veranstalter

Montag, 2. Juni 2008

Schwarzwälder Berge oder Hügel (Kandel - Hundseck - Zweitälerland)

Lange habe ich den Blog vernachlässigt, muss mich aber nun mal wieder melden.

Die Berglaufsaison hat für mich längst gestartet. Früher, als ich noch in der Pfalz zuhause war, begann die Saison am letzten Wochenende im Februar auf dem Donnersberg. Nun ist die Anreise etwas zu weit und ich nehme die Berge des Schwarzwaldes in Angriff.

Die Saison habe ich in diesem Jahr am Kandel eingeleitet, es war der erste Lauf nach einer Erkältung, die mich über eine Woche kampfunfähig gemacht hatte. Ich war zum dritten mal auf dem Kandel und muss sagen, es ist immer wieder schön, vor allem der recht gleichmäßige Anstieg über 940 HM auf 12,4 km auf festem geteertem Untergrund ist sehr schön.

Läufer aus der Pfalz, die beim Pfälzer Berglaufpokal auch immer vorne dabei sind, waren auch hier vertreten. Allerdings war deutlich zu sehen, dass die Berge in der Pfalz nicht so lange Anstiege bieten, wie im Schwarzwald. So bietet der Schwarzwälder Berglaufpokal dann wohl auch ein besseres Training als der Pfälzer Berglaufpokal für meine wirklich großen Läufe Zermatt und Jungfrau Marathon.

Und dann war ich am vorletzten Wochenende beim Hundseck Berglauf in Bühlertal von Bühlertal geht es über Plättig und Hundseck auf den Mehliskopf. Hier in Bühlertal begann vor vier Jahren meine Leidenschaft fürs Berglaufen.

Es war mein erster Berglauf 2004. Ich hatte allen Mut zusammengenommen um damals die Herausforderung der 776 HM auf 9,4 km anzunehmen. Und ... ich habe Blut geleckt und will seitdem nur noch die Berge hochlaufen. Dieses Jahr war ich dann zum zweiten Mal in Bühlertal, in den Zwischenjahren hat es einfach zeitlich nicht gepasst. Auch dieses Mal war die Stimmung gut und ich wusste auch schon, was die letzten 500 Meter am Skihang auf mich zukam ;-) Aber das macht den wahren Berglauf aus.
In Bühlertal findet zeitgleich noch ein MTB Uphill Race statt. Das würde mich dann auch mal reizen....

Und dann war ich gestern in Simonswald zum Panoramalauf Zweitälerland.

Dort gibt es zwar nur 650 HM auf 21,4 km zu absolvieren. Da man die 650 HM aber auch wieder ins Tal stürzen muss und dann auch noch mal einen leichten Anstieg bei Kilometer 16 hat, ist es nicht zu verachten. Ausserdem ist die Strecke nicht nur im Profil abwechslungsreich, sondern auch im Streckenuntergrund der auch Wiesenwege dabei hat und so auch Crosscharakter aufweist. Aber alles in allem ein wunderschöner Lauf und für mich und eine hervorragende Einstimmung auf den Brüder-Grimm-Lauf am nächsten Wochenende. Das Profil ist auch wellig und man muss die Spessarthügel hoch und runterlaufen.
Links:
Pfälzer Berglaufpokal - Liebgewonnene Läufe, die ich nach meinem Umzug in den Schwarzwald vermissen werde

Sonntag, 13. April 2008

The fat lady has sung - Play off Best of five: Wölfe Freiburg - Tölzer Löwen


Nachdem "meine" Lions am Donnerstag verloren haben und so nicht ins Finale im DEL Pokal gekommen sind, dachte ich als Neu-Freiburger sollte ich die Wölfe des EHC unterstützen und bin zum letzten Spiel der Halbfinal Play-Offs in die Franz-Siegel-Halle gepilgert. Außerdem ist der Weg nach Frankfurt aus Freiburg sehr weit und ich kann nicht mal schnell dorthin fahren.


Die Fans bereiteten Ihrer Mannschaft einen tollen Empfang. Es herrschte eine Super-Stimmung. Die gut gefüllte Halle bringt einfach noch eine bessere Stimmung rüber.

Bis zum Schluss hin hat sie die Dramatik aufgebaut. Playoff-Stimmung wie bei den Großen...
Die Wölfe haben katastrophal im 1. Drittel gespielt, bis zum Schluss gab es aber immer noch Fehler, die eigentlich nicht passieren dürfen. Das 3. Drittel war Hockey mit vollen Emotionen. In der Halle war eine Wahnsinnsstimmung. Aber es hat dann nicht mehr gereicht. Sie konnten noch auf 4:6 aufholen. Tölz kommt nun in die 2. Bundesliga und Freiburg bleibt in der Oberliga. Tölz war aber klar die bessere Mannschaft.
Ich habe mal bei Augsburg gewohnt und war öfters in Augsburg beim Eishockey. Hier habe ich einige Spiele der Augsburger gegen Tölz gesehen. Gestern fand ich erstmals Tölz sympathisch. Sie waren wirklich besser! Ich bin ja auch nicht wirklicher Freiburg Fan .... Ich komme bei den Fangesängen in Freiburg immer durcheinander. Es wird ja überall das gleiche gegrölt und mir rutschen dann meine "Löwen" immer wieder raus. Das war gestern besonders peinlich (hat wahrscheinlich keiner mitbekommen), da die Tölzer auch Löwen sind wie die Frankfurter Lions. Hoffentlich bin ich jetzt nicht schuld, an der Niederlage *gg*

Mich hat beeindruckt, wie fair die Mannschaften und die Fans miteinander umgegangen sind. Bei aller Rivalität, Dramatik und Kampfgeist. Die Freiburger wurden trotz miserablem Spiel und verlorener Best of five Playoff Serie mit Standing Ovations in die Sommerpause verabschiedet. Einige Freiburger haben sich mit dem Häufchen Tölzer Fans gefreut. Das beeindruckt mich immer wieder beim Eishockey. Ich habe hier noch nie was anderes erlebt.